20.07.2021, von Karl Bärsch, Pressebeauftragter

2. Update Katastropheneinsatz vom 19.07.2021

THW-Worms weiter mit vier Einsatzgruppen und rund 20 Helfern im Einsatz.

 

Nachdem die erste Bergungsgruppe vom THW-Worms bereits am vergangenen Donnerstag in den Einsatz in das Katastrophengebiet Ahrweiler ausgerückt sind, wurden zwischenzeitlich die Fachgruppe „Elektroversorgung“, die Fachgruppe „Räumen“, die Logistik-Verpflegungsgruppe, der Fachberater THW und der Baufachberater alarmiert. So befinden sich an den unterschiedlichsten Einsatzstellen zur Zeit dauerhaft rund 20 Helfer im Einsatz.

Wegen der hohen Belastung, der die Helfer sowohl körperlich als auch psychisch ausgesetzt sind, hat man sich in der THW-Führung von Worms entschlossen, die Helfer in 24 Stundenschichten auszutauschen. Allein der Fachberater THW Leonhard Michel war vom Donnerstag bis Sonntagnacht in der Führungsstelle THW und zeitweilig in der Einsatzleitung eingesetzt. Er hat mitgeholfen, die Einsatzkräfte zu koordinieren.

Die Bergungsgruppe und die Fachgruppe „Notinstandsetzung“ hat seit dem Donnerstag Gebäude geöffnet und nach vermissten Personen gesucht. Seit Freitag pumpt die Gruppe Wasser aus den Gebäuden. Ist das Wasser abgepumpt, müssen auch diese Gebäude auf ertrunkene Personen abgesucht werden. Die Gruppe arbeitet sich von Haus zu Haus durch und jedes Haus stellt für die Helfer eine neue Belastungsprobe dar. Zwischendurch musste auch noch ein Materialtransport von einem 500 m Trinkwasserschlauch, der in Wölfersheim bei Giesen eingelagert war, über Nacht von Worms aus über Landau und Wölfersheim ins Katastrophengebiet transportiert werden.

Die Fachgruppe „Räumen“ beräumt Straßen von Schlamm und Treibgut. Mehr und mehr wird die Gruppe auch eingesetzt, um Berge von Sperrmüll, die von den Anwohnern und Helfern aus den Häusern geräumt werden, zu verladen und aus dem Ort zu bringen.

Unsere Fachgruppe „Elektroversorgung“ wurde zunächst eingesetzt, um die Stromversorgung für Pumpen und Beleuchtung für die Feuerwehr herstellen. Derzeit arbeitet die Einsatzgruppe mit dem THW OV-Frankenthal und deren Fachgruppe „Wasserschaden-Pumpen“ zusammen und stellt mit dem Großaggregat die Stromversorgung für die Pumpen sicher. Das derzeitige Einsatz-Objekt ist eine große Tiefgarage, die leergepumpt werden muss. Hier wird von der Einsatzleitung vermutet, dass in den abgestellten Fahrzeugen sich auch noch Personen befinden können, die die Flucht aus den einströmenden Wassermassen nicht geschafft haben und in ihren Fahrzeugen ertrunken sein könnten.

Unser Baufachberater Daniel Fuhrmann war zwei Tage unterwegs und hat Gebäude auf deren Standsicherheit gesichtet. Leider musste er mehrere Gebäude als nicht mehr bewohnbar und deren Standsicherheit als zweifelhaft einstufen. Bei einem Gebäude musste er wegen der unmittelbaren Gefahrenlage das Gebäude sofort niederlegen, abreisen, lassen.

Die „Logistik-Verpflegungsgruppe“ wurde am Samstag um 04:40 Uhr alarmiert. Nach der Anfahrt hat die Gruppe seine Einsatzstelle an der Bundesakademie für Bevölkerungsschutz und Zivile Verteidigung in Bad Neuenahr-Ahrweiler übernommen. Dort ist die Technische Einsatzleitung stationiert. Die Aufgabe der Verpflegungsgruppe ist es, die über den Tag eingesetzten Führungsteams von ca. 200 Mann mit Nahrung und Getränken zu versorgen und die Nachtversorgung für die dann reduzierte Mannschaft von ca. 70 Mann sicherzustellen.

Derzeit ist nicht absehbar, wie lange die Mannschaften im Einsatz bleiben müssen. Für den Ortsverband ist es schon eine Herausforderung immer wieder die Ablösemannschaften bereitstellen zu können. Dies ist nur durch die hohe Bereitschaft aller Helfer möglich.

Die Führung lobt und bedankt sich bei ihren Helfern für die hohe Bereitschaft für ihren Einsatz. Nicht vergessen möchte das THW, sich auch bei den Arbeitgebern zu bedanken, die unsere Helfer für den Einsatz freistellen. Auch die hohe Bereitschaft von verschiedenen Firmen, die ihre Hilfe in Form von Sachspenden, wie Getränke, und auch die kostenlose Bereitstellung von Maschinen und Geräten uns anbieten.


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