23.01.2019, von Karl Bärsch, Pressebeauftragter

Großbrand im ehemaligen Nibelungencenter / Bauhaus Worms

THW unterstützt umfangreich die Feuerwehr

In der Nacht vom Samstag auf Sonntag kam es im ehemaligem alten Nibelungencenter / Bauhaus zu einem Brand, der sich in der Folge zu einem Vollbrand ausweitete. Zunächst wütete der Brand nur im Inneren des Gebäudes, ehe es dann gegen 21:00 Uhr durchzündete und die Flammen aus dem Dach in den Nachthimmel schlugen.

Verletzt wurde niemand. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot von Feuerwehrleuten und Fahrzeugen vor Ort. In der Spitze waren ca. 150 Einsatzkräfte eingesetzt. Erst gegen 07:30 Uhr am Morgen war das Feuer gänzlich gelöscht und die letzten Einsatzkräfte konnten aus dem Einsatz entlassen werden.

 

Um 21:34 Uhr wurde durch die Feuerwehr-Leitstelle die erste Alarmierung für das THW-Worms abgesetzt. Zu diesem Zeitpunkt war die Logistik Gruppe „Verpflegung“, die die Schnelle Einsatzgruppe-Verpflegung für die Stadt Worms zur Verfügung stellt, in den Einsatz gerufen worden. Deren Einsatzauftrag lautete zunächst nur Heißgetränke am Einsatzort für die, bis dahin ca. 50 Einsatzkräfte, bereit zu stellen.

Da sich das Feuer aber immer weiter ausbreitete und dann auch noch durchzündete, musste der Einsatz personell stark hochgefahren werden. Über die ganze Nacht hinweg wurden die ca. 150 Einsatzkräfte dann vom THW mit Heißgetränken, Schnitzelbrötchen und einer deftigen Gemüsesuppe mit Siedewurst versorgt. Am Morgen wurde dann noch ein Frühstück in der Hauptfeuerwache den Einsatzkräften gereicht. An Heißgetränken wurden ca. 40 l Tee und 90 l Kaffee ausgeschenkt. Weiter wurden ca 500 Brötchen, 70 Schnitzel, 60 l Gemüsesuppe, 200 Siedewürstchen und Hausmacher-Wurst gereicht.

Außerdem wurde den Einsatzkräften mit dem Einsatzcontainer „Betreuung“ kurzweilig ein warmer Raum geboten, um sich aufzuwärmen. Eine wichtige Aufgabe, damit die Einsatzkräfte in der doch klirrend kalten Nacht bei Kräfte blieben.

Zeitgleich zur Logistik-Gruppe wurde der Baufachberater vom THW-Worms alarmiert. Er hatte die Aufgabe die Gebäudesicherheit zu prüfen und somit sicherzustellen, dass keine Gefahr durch einstürzende Gebäudeteile für die Feuerwehrleute ausgeht. Um hier ganz sicher zu gehen, wurde nicht nur der Baufachberater vom THW Worms eingesetzt, sondern auch der Baufachberater des THW-Frankenthal und zusätzlich das THW-Landau, das mit dem Spezialgerät ESS, Einsatzstellen-Sicherungssystem (Electronic-Safety-System, siehe Info unten), anrückte.

Somit war mit größtmöglicher Sorgfalt für die Sicherheit der Feuerwehrleute gesorgt. Zwischendurch sind die beiden Bergungsgruppen an der Einsatzstelle in Bereitschaft einberufen worden. Sie sollten im Bedarfsfalle die Feuerwehr im Bereich schwerer Atemschutz unterstützen. Was allerdings durch den fortschreitenden Feuerausbruch nicht mehr nötig wurde.

Das THW hat die ganze Nacht über die Feuerwehrgerätschaften mit Treibmittel für die Pumpen, Stromaggregaten und Fahrzeugen versorgt. In der Spitze des Einsatzes waren 39 THW Helfer aus Worms, Frankenthal und Landau im Einsatz.

Nach nur wenigen Stunden Schlaf am Sonntagmorgen wurden die Helfer der Eigentumssicherung um 10:20 Uhr erneut zur Einsatzstelle gerufen. Es musste sichergestellt werden, dass ein Fremdzutritt zum Gebäude nicht mehr stattfinden kann. Dabei wurden vier Stahltüren notverschlossen.

Am Tag darauf wurden im Auftrag der Polizei weitere zwei Türen und eine Feuerleiter gegen Fremdzutritt gesichert.

 

Im Einsatz waren:

  • THW - OV Worms

    • Helfer: 28 Helfer mit insgesamt ca. 240 Einsatzstunden
    • Fahrzeuge: MTW-Zug, MTW-OV, MTW-Log-V, MTW-Log-Führung., LKW-Log.-V, GKW, MZKW, Unimog mit Tankstelle, WLF Wechselladerfahrzeug, AB: Betreuung

  • THW - OV-Frankenthal 

    • Helfer: 2 Helfer mit 10 Einsatzstunden
    • Fahrzeuge: MTW-OV 

  • THW - OV-Landau

    • Helfer: 9 Helfer mit 63 Einsatzstunden MTW-ESS

 

Das THW-Worms dankt den Kollegen aus Frankenthal und Landau für deren hervorragende Unterstützung.

 

INFO zum ESS:

ESS Einsatzstellen-Sicherungssystem (Electronic-Safety-System)

 

Mit dem Einsatzstellen-Sicherungssystem (ESS) werden Einsatzstellen überwacht und die Einsatzkräfte frühzeitig vor weiteren Gefahren gewarnt. Das Einsatzstellen-Sicherungssystem ist in vielen Gefahrensituationen einsetzbar und sehr hilfreich. Nicht nur bei der Überwachung von einsturz-gefährdeten Gebäuden und Trümmerstrukturen, sondern auch bei Deichen, Hanglagen und Hochwassersituationen. Im Wesentlichen besteht das ESS aus: Tachymeter, Stativ und einem Rechensystem mit Datenübertragung über Funk und Kabel. Das ESS erkennt frühzeitig kleinste Veränderung durch Messung der Bewegung. Diese sind so minimal, dass das bloße Auge sie nicht wahrnehmen kann.

Wenn Gebäudeteile einzustürzen drohen, werden die statischen Schwachstellen farblich gekennzeichnet und nummeriert. Die markierten Schwachstellen dienen über Spiegelprismen dem ESS als Messpunkte. Die einzelnen Messpunkte werden in den Computer eingegeben und gespeichert. So kann das ESS mit Hilfe eines Lasers die gefährdeten Bereiche permanent und automatisch überwachen. Das ESS misst dreidimensional und millimetergenau. Veränderungen beispielsweise in einer Wandstruktur werden sofort erkannt. Sobald die Daten abweichen und außerhalb eines vorgegebenen Toleranzbereiches liegen, ertönt ein Alarmsignal. Dieses warnt die Einsatzkräfte, so dass sie die Einsatzstelle frühzeitig verlassen können, um nicht selbst verletzt oder verschüttet werden.

Quelle: THW - OV-Landau


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